die neue generation eis

Eiscafé Il Gelato

2016

"Sauerrahm-Kresse", "Chili-Schoko" oder "Orange-Basilikum" - wem bei diesen experimentellen Eissorten das Wasser im Mund zusammenläuft, sollte dem Eiscafé Il Gelato in Köln-Bayenthal einen Besuch abstatten. Seit der Gründung im Jahr 1994 hat der italienische Betreiber Giacomo Ferigo schon mit über 600 Eissorten experimentiert und dabei kaum eine Zutat ausgelassen.

Eiscafé Il Gelato Foto: Ronja Gasper

Besonders ist im Il Gelato nicht nur das Einfallsreichtum, sondern auch die Zutaten: Ausschließlich frische, natürliche Produkte sowie zertifizierte Biomilch, Sahne, Zucker und Eier von ausgewählten Betrieben werden hier verarbeitet. Auf künstliche Aromen und Konservierungsstoffe wird verzichtet. Soviel Qualität hat seinen Preis: Mit 1,20 Euro pro Kugel liegt das Il Gelato bei den Verkaufspreisen in unserem Test unangefochten an der Spitze.

Eisfans können hier im Durchschnitt zwischen 35 Sorten wählen, wobei die Klassiker Vanille, Schokolade und Erdbeere ebenso vertreten sind, wie ausgefallene Eissorten. Am beliebtesten ist und bleibt jedoch das Vanille-Eis, welches mit echten Vanille-Schoten hergestellt wird, erzählt uns ein Mitarbeiter. Neben Speiseeis bietet das Il Gelato auch Tiramisu und Apfelkuchen sowie Toast und Ciabatta an. (Text & Foto: Ronja Gasper)

Das koeln.de-Testergebnis:

Flair: moderne und stilvolle Inneneinrichtung, 10 Sitzplätze im Innenbereich, Stehtische im Außenbereich

Wir vergeben:  (4 von 5 Punkten)

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Das sind die 10 besten Eisdielen in Deutschland

5. August 2015

Der Hochsommer ist in vollem Gange. Und was gibt es bei diesen Temperaturen Schöneres, als eine Abkühlung von innen – mit einem leckeren Eis! Besonders gefragt sind in diesem Jahr fruchtige Kombi-Sorten wie „Orange-Minze“ oder „Pfirsich-Basilikum“. Welche Eisdielen in Deutschland ihr Handwerk am besten verstehen, hat die Reise-Community von Tripadvisor auch in diesem Jahr wieder entschieden. Wir zeigen die Top 10.

Was gibt es im Sommer Schöneres als ein leckeres Eis Was gibt es im Sommer Schöneres als ein leckeres Eis? - Foto: Getty Images

Ein Sommer ohne Eis ist für die meisten kaum vorstellbar. Sowohl Kinder als auch Erwachsene lieben die süße Abkühlung, die wahlweise im Becher oder in der Waffel daherkommt. Dabei gibt es bei Qualität, Geschmack und Einfallsreichtum von Eisdiele zu Eisdiele himmelweite Unterschiede. Die Reise-Community von Tripadvisor hat mit ihren zahlreichen Bewertungen wieder die Crème de la Crème der Eisdielen in Deutschland gekürt.

Für das Ranking spielten sowohl die Quantität als auch die Qualität der Bewertungen eine Rolle, wobei aktuellere stärker gewichtet wurden.*

Richtig gutes Eis versteckt sich demnach nicht nur in den Metropolen, sondern in der ganzen Republik. Die derzeitige Hochburg der gefrorenen Köstlichkeit scheint allerdings München zu sein:  Gleich drei Kandidaten schaffen den Sprung in die Top 10. Ob das an der Nähe zu Italien liegt? Schließlich brachte einst Marco Polo das Eis nach Europa.

Die Top 10 der besten Eisdielen in Deutschland:

Platz 3: Il Gelato - Di Ferigo, Köln
Auf Platz 3 kommt der Italiener Il Gelato - Di Ferigo in Köln, der dieses Jahr zum ersten Mal im Top-10-Ranking vertreten ist und seine Gäste mit einer vielfältigen Auswahl überzeugt: „Das Warten und auch der gehobene Preis lohnen sich – sowohl klassische Sorten wie Vanille und Schokolade als auch exotische Varianten wie Pumpernickel oder Birne-Petersilie schmecken einmalig lecker!“

Das Eis-Angebot des Il Gelato - Di Ferigo in Köln Das Eis-Angebot des Il Gelato - Di Ferigo in Köln - Foto: Tripadvisor
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Eisdielen im Ranking Kölner Eisdiele unter den besten des Landes

5. August 2015
Il Gelato di Ferigo, Goltsteinstraße 32, 50968 Köln Il Gelato di Ferigo, Goltsteinstraße 32, 50968 Köln - Foto: Katrin Voss

Köln -
Wir haben es schon immer gewusst: Das beste Eis gibt es in Köln. Na gut, vielleicht nicht das allerbeste, aber verstecken müssen sich die Eisdielen der Stadt trotzdem nicht. Tripadvisor hat die besten Eisdielen des Landes gekürt - und ein Kölner Lokal hat es immerhin auf Platz drei geschafft: Das Il Gelato di Ferigo in Bayenthal. Rund 30 verschiedene Sorten gibt es an der Theke, die auch in unserem eigenen Test bereits sehr gut abgeschnitten hat.

Wo gibt es das beste Eis? Diese Eisdielen in Köln machen uns süchtig
Und wem Sorten wie Pumpernickel, Birne-Petersilie und Orange-Basilikum nicht ausgefallen genug sind, der hat es auch bis zur besten Eisdiele des Landes nicht weit. Die liegt laut Tripadvisor nämlich in Bonn. (ken)

Il Gelato di Ferigo, Goltsteinstraße 32, 50968 Köln-Bayenthal, Öffnungszeiten: Di–So 11–22 Uhr, Mo Ruhetag

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Die 40 besten Eisdielen Deutschlands Sehr, sehr cool

19. Juni 2015

3.Teil: Frankfurt am Main bis Mainz
Köln: Il Gelato Di Ferigo
Die kleine gelateria im beschaulichen Bayenthal lockt Eisverrückte aus der ganzen Stadt. Giacomo Ferigos ausgefallene Kreationen wie "Pumpernickel" oder Orange-Basilikum sind Sommerhits. Alle Zutaten stammen aus biologischer Erzeugung. www.ilgelato.de

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Einen an der Waffel

17. Mai 2015 Welt am Sonntag
Der Eisprofessor Von Carsten Dierig - Wirtschaftskorrespondent

Einst kostete die Kugel Eis 10 oder 20 Pfennig, inzwischen sind teure Eisdielen bei 1,60 Euro und mehr angekommen. Hinter dem extremen Ansteig stecken höhere Kosten. Und Kunden, die sich das gefallen lassen.

Giacomo Ferigo liebt Eis. Zehn bis 20 Kugeln esse er jeden Tag, sagt der 52-Jährige. Aber Ferigo kann es sich auch erlauben. Zum einen körperlich, denn der drahtige Italiener hat kein Gramm zu viel auf den Rippen. Zum anderen aber auch finanziell, denn als Eisdielenbesitzer muss Ferigo die Nascherei nicht bezahlen. Er stellt die Eismasse selbst her und isst davon, wann und wie viel er will. Andernfalls würde seine Leidenschaft ziemlich ins Geld gehen. Schließlich erreicht der Kugelpreis an Deutschlands Eistheken Jahr für Jahr neue Rekordhöhen. In Ferigos Eiscafé "Il Gelato" im Kölner Stadtteil Bayenthal kostet eine Kugel mittlerweile 1,30 Euro. Für seine täglich 20 Portionen müsste Ferigo also stattliche 182 Euro pro Woche bezahlen.

Der Kleinunternehmer verputzt in einer Woche mehr Eis als der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. Doch selbst der spürt die Aufschläge im Portemonnaie – und wundert sich beim nächsten Supermarktbesuch: Warum kostet eine Liter-Packung Markeneis im Angebot keine zwei Euro, während für eine einzige Kugel in sehr teuren Eisdielen genauso viel verlangt wird?

Die Rechtfertigung von Annalisa Carnio ist wenig überraschend. "Eis aus industrieller Produktion ist nicht zu vergleichen mit dem aus handwerklicher Herstellung", sagt die Sprecherin der Union italienischer Speiseeishersteller (Uniteis), des Verbands der Eisdielen in Deutschland. Allein schon die Konsistenz sei unterschiedlich. Tatsächlich nutzen beide Seiten verschiedene Maßeinheiten. Während die Industrie in Literangaben misst, rechnen die handwerklichen Eismacher in Kilogramm. Was zu beträchtlichen Unterschieden führt: Ein Liter Speiseeis aus der Fabrik könne am Ende gerade mal 250 Gramm Eis entsprechen – und damit ungefähr fünf Kugeln, heißt es in der Branche. Der Rest sei schlichtweg Luft. Von Betrug will keiner reden, Luft im Eis ist schließlich nötig. "Sonst wäre es knüppelhart wie Wassereis am Stiel", erklärt Handwerker Ferigo. Während aber in seinem Eis rund 30 Prozent Luft enthalten seien, schlage die Industrie teilweise 200 Prozent Luft in die Masse. "Man bekommt in der Eisdiele also gar nicht so wenig, wie oftmals unterstellt wird", sagt Lobbyistin Carnio – wohlwissend, dass die Verbraucher Liter und Kilogramm im Kopf meist gleichsetzen.

Dass Waffel und Becher aus der Eisdiele trotzdem ein kleiner Luxus sind, geben Carnio und Ferigo gern zu. Den Vorwurf von Mondpreisen wollen sie aber nicht gelten lassen. Das verhindere allein schon der Wettbewerb. Immerhin gibt es rund 9000 Eisdielen in Deutschland – so viele wie in kaum einem anderen Land in Europa. Da werde natürlich auf den Preis in der Nachbarschaft geachtet. Und auf die Qualität: Gut ein Drittel der Betriebe produziert sein Eis selbst, der Rest kauft die Ware bei Kollegen oder im Großmarkt. Auch das hat Einfluss auf die Kalkulation der Preise an den einzelnen Standorten.

Entscheidend für den Kugelpreis ist eine Vielzahl von Faktoren. Da sind zum einen die Rohstoffe, allen voran Milch und Sahne, dazu Zucker und Butter sowie Früchte, Gewürze, Nüsse und Schokolade. Die Unterschiede zwischen den Betrieben seien dabei groß, sagen die Betreiber. Während einige Eismacher mit Biomilch, frischem Obst und Haselnüssen aus dem Piemont arbeiten, nutzen andere lediglich Milchpulver, Aromen und Nussmischungen aus China. "Es ist zum Teil erschreckend, was auf dem Markt angeboten wird", ereifert sich Ferigo. Er arbeitet mit der Biomolkerei Upländer zusammen. "Dadurch habe ich allein schon bei der Milch doppelt so hohe Kosten."

Weitere große Kostenblöcke sind die Mieten und Betriebskosten für den Laden, vor allem aber das Personal. Das hat zu Zeiten der 20-Pfennig-Kugeln meist gar nichts gekostet. "Früher hat die ganze Familie mitgearbeitet, heute entscheiden sich die Kinder vielfach für andere Berufe, weil sie gesehen haben, wie sich die Eltern Tag für Tag abgemüht haben", berichtet Verbandsvertreterin Carnio. "Also muss deutlich mehr Fremdpersonal eingestellt werden."

Der größte Risikofaktor bleibt das Wetter. "Eine Eisdiele muss an guten Tagen so viel verdienen, dass Miete und Personal auch an schlechten Tagen noch bezahlt werden können." Wie dramatisch der Unterschied ist, zeigt das Beispiel "Il Gelato" in Köln. "Bei schönem Wetter verkaufen wir locker 300 Kilogramm Eis am Tag", sagt Ferigo. "Ist das Wetter dagegen schlecht, sind es vielleicht noch 40 bis 50 Kilogramm." In dieser Woche hatte er zeitweise sehr viel zu tun, der Mai ist für Eisdielen in Deutschland der mit Abstand beste Monat. In den Wintermonaten ist Ferigos Laden wie viele andere geschlossen.

Die Wetterfühligkeit der Eisesser lässt sich auch an den Verbrauchsstatistiken der Industrie sehr gut ablesen. So war 2014 mit seinem verregneten Sommer ein vergleichsweise schlechtes Jahr für die Eismacher. 7,6 Liter oder umgerechnet 110 Kugeln haben sich die Deutschen durchschnittlich pro Kopf gegönnt, meldet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Das sind 0,2 Liter weniger als im ebenfalls schon schwachen Vorjahr und sogar 0,5 Liter weniger als im sonnig-warmen WM-Jahr 2006. Eine größere Schwankungsbreite als diesen halben Liter pro Kopf hat es in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben. "Dafür ist Eis mittlerweile einfach zu beliebt", sagt Ernst Kammerinke, der Geschäftsführer des BDSI, dessen Mitglieder für fast 82 Prozent des Eisabsatzes in Deutschland stehen. Die Eisdielen kommen auf knapp 16 Prozent Marktanteil, der Rest entfällt auf Softeis, wie es etwa Fast-Food-Ketten verkaufen.

Im Vergleich zu den italienischen Eisdielen sind sie junge Spieler im Markt. Angefangen hat die Geschichte des Speiseeises in Deutschland in den 20er-Jahren. Damals öffneten die ersten italienischen Eisdielen. Zehn Jahre später startete die industrielle Produktion mit Firmen wie Langnese oder Schöller. Der große Boom setzte mit der Reisewelle nach Italien in den 50er- und 60er-Jahren ein. "Die Leute kamen nach Hause und wollten genauso ihr Eis essen wie zuvor im Urlaub", sagt Uniteis-Frau Carnio. Auch in kleineren Städten entstanden Eiscafés mit Namen wie Venezia, Dolomiti oder San Remo – fest in der Hand von Italienern. Zumal damals nur in Italien die Eismacherschulen zu finden waren.

Mittlerweile arbeitet aber längst nicht mehr hinter jedem italienischen Namen an der Eisdielen-Fassade auch ein italienischer Hersteller. "Die Branche hat massive Nachwuchsprobleme", sagt Carnio, zumindest unter Italienern. Also steigt derzeit die Zahl der Quereinsteiger. "Viele Besitzer übergeben ihre Betriebe an ihr langjähriges Personal." Die Handwerkskammer Rhein-Main bietet mittlerweile sogar eine Fortbildung für Eisdielenbetreiber an. Für 1280 Euro plus Prüfungsgebühr können die Teilnehmer innerhalb von zwei Wochen Rezepturen, Grundlagen des Lebensmittelrechts und der Hygieneverordnung sowie Bilanzierungstechniken lernen. Bei erfolgreicher Prüfung dürfen sie sich anschließend "geprüfter Speiseeishersteller" nennen. Das entsprechende Zertifikat hängt mittlerweile in vielen Eisdielen an der Wand.

Auf dem Preisschild daneben wird die Teuerung in den kommenden Jahren weitergehen. Zumal die preisliche Schmerzgrenze der Kunden offensichtlich noch nicht erreicht ist. Das zeigt das Beispiel die Eisdiele "Hokey Pokey" im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Weil sich vor dem kleinen Laden regelmäßig lange Schlangen bildeten, beschwerten sich Anwohner und benachbarte Gastwirte über den Trubel. Also hat Besitzer Niko Robert den Preis um 30 Prozent auf 1,60 Euro pro Kugel erhöht – um Kunden zu vertreiben. Ohne Erfolg. Die Käufer stehen immer noch Schlange. Industrievertreter Kammerinke kann das natürlich gut verstehen. "Eis ist ein Impulsprodukt. Das isst man, wenn man Lust darauf hat. Und wenn man weiß, dass es richtig gut schmeckt, gibt man auch gern etwas mehr Geld dafür aus."

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Eiscafé il Gelato di Ferigo

25. Februar 2014

Das Eiscafé il Gelato di Ferigo in der Kölner Südstadt hat längst eine große Fangemeinde in der Domstadt. Seine Beliebtheit ist nicht nur auf die hochwertigen Zutaten zurückzuführen, sondern auch auf die vielen originellen Eigenkreationen bei den angebotenen Eissorten.

Im Eiscafé il Gelato di Ferigo setzt man bei der Eiszubereitung ausschließlich auf frische und naturreine Zutaten, die zunehmend aus ökologischem Anbau stammen. Dazu gehört natürlich gesundes, frisches Obst, zertifizierte Biomilch, probiotisches Joghurt und vieles mehr. Auf künstliche Aromen und Konservierungsstoffe wird bei der Produktion konsequent verzichtet.

Die Philosophie der Eisbar in Köln basiert auf dem Grundsatz einer umweltschonenden Produktion und des Tierschutzes. Deshalb kommt in das Milcheis nur zertifizierte Biomilch und auch die Sahne, der Zucker und die Eier stammen von ausgewählten Betrieben. Für das Joghurteis wird außerdem probiotischer Joghurt verwendet. Auch die laktosefreien fruchtigen Sorbets werden selbstverständlich nur aus ausgewogenen Zutaten hergestellt.

Bekannt ist das Eiscafé il Gelato di Ferigo in Köln aber auch vor allem wegen seiner selbst kreierten, außergewöhnlichen Eissorten. So findet man neben den klassischen Sorten wie Vanille oder Schoko auch zahlreiche originelle Eissorten. Je nach Saison werden ungewöhnliche Fruchtkombinationen, Verbindungen aus Frucht und Schoko, Eis und Kräutern oder Gewürze sowie viele andere Sorten angeboten. So hat die Eisbar leckere Erfrischungen für jeden Geschmack in ihrem Sortiment.

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Geschmackstest in Köln Wo schmeckt das Eis am besten?

28. Mai 2013 Von der Magazin-Redaktion Il Gelato di Fergio
Il Gelato di Ferigo, Goltsteinstraße 32, 50968 Köln Il Gelato di Ferigo, Goltsteinstraße 32, 50968 Köln - Foto: Katrin Voss

Das Gedränge vor dem Eisladen ist an heißen Tagen längst Legende: Lauter Menschen, die versonnen Eis schlecken. Dabei gibt es draußen keine Stuhlreihen und auch keine grelle Außenwerbung. Drinnen, hinter grüner Fensterfront im Schnickschnack-freien Café-Ambiente, ist die paradiesisch bunte Auswahl stadtbekannt. Nicht weniger als 30 Geschmacksrichtungen hat Eis-Confiseur Giacomo Ferigo in seiner gut sortierten Eistheke vorrätig. Neben den Klassikern konzentriert er sich auf Kombinationen mit Kräutern und Gewürzen. Und kreiert Exoten wie Pumpernickel, Birne-Petersilie, Orange-Basilikum, Schoko-Chili oder aktuell: Indisches Kulfi. Die Zutaten sind durchwegs Bio – das Milcheis aus biologisch erzeugter Vollmilch, die Sorbets laktosefrei, das Joghurteis probiotisch. Das Bällchen kostet zwar stolze 1,20 Euro, hat aber eine amtliche Größe. (kv)

Il Gelato di Ferigo, Goltsteinstraße 32, 50968 Köln-Bayenthal, Öffnungszeiten: Di–So 11–22 Uhr, Mo Ruhetag

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Der Eisprofessor

9. August 2005
Der Eisprofessor

Brütende Hitze liegt über der Stadt. Die Hektik der Leute weicht einer klimabedingten Langsamkeit, und alles wäre gut, gäbe es da nicht die Neigung einiger Zeitgenossen zu ungeahnter Aggressivität. Wie anders ist es zu erklären, dass meine Frau und ich uns bei einer sonntäglichen Radtour von mindestens fünf Autofahrern gnadenlos anhupen lassen mussten und von nicht weniger als dreien mit dem Tode bedroht wurden, sollten sich unsere edlen Zweiräder nicht unmittelbar vor ihren Augen pulverisieren. "Diese verdammten Dummköpfe brauchen wohl mal eine anständige Abkühlung", meinte die Holde erzürnt. Nennen Sie mich ruhig verfressen, weil ich daraufhin vor einer Bayenthaler Eisdiele eine Vollbremsung hinlegte. Fünf herrliche Bällchen später stand mein Entschluss fest: Ortstermin bei Giacomo Ferigo in seinem Il Gelato.

Wie mag man sich fühlen, wenn man als junger Mann von gerade einmal 22 Jahren eines Morgens im Deutschland der 80er Jahre aufwacht, fern vom heimischen Bauernhof im Friaul, fern von der Mutter und heimatlos in der Sprache? Doch der junge Giacomo hatte sich aus freien Stücken zu diesem Schritt entschlossen, weil ihn die Enge seines Heimatdorfes zu erdrücken drohte.

In Köln fühlt er sich von Anfang an heimisch. Aber er will schnell zurück in die Heimat, weil er nicht in einem Land leben möchte, dessen Sprache er nicht beherrscht. Dann jedoch hilft Bruder Zufall: Sein erster Chef erzählt ihm von einer Institution in Conegliano im Veneto. Dort, in einer in ihrer Art einzigartigen "Eis-Universität", hat Giacomo eine Begegnung, die sein Leben verändern soll. Er trifft auf Donata Panciera, die Grand Dame der Eismacherzunft, hoch geschätzt in aller Welt und Autorin wesentlicher Bücher zum Thema. Die Frau lehrt ihn die Ehrfurcht vor den Produkten und erweckt im jungen Giacomo den Wunsch, mehr zu schaffen als simples Speiseeis. Er lernt, ebenfalls in der Akademie, die deutsche Sprache und eröffnet im Jahre 1994 in der Kölner Goltsteinstrasse 32 das Il Gelato.

Die ersten Jahre sind hart. Der Laden beherbergte schon seit 40 Jahren eine Eisdiele, ein Vorzeigeobjekt ist er aber erst, seit Giacomo mit seinem Freund und damaligen Lebenspartner die Regie übernimmt. Giacomo gibt sich alle Mühe, seine ausgefallenen Kreationen an den Mann/Frau zu bringen, gründet gar ein eigenes Eistaxi, lange bevor diese Art der Verbreitung von den Pizzabäckern adaptiert wird. Aber erst als er nach einigen Umbauten auch die äußere Fassade des Ladenlokals wiederbelebt, bemerken die Nachbarn die Veränderung und entdecken die Eisdiele für sich.

Heute ist das Il Gelato eine Legende. Giacomo Ferigo ist der wahnsinnige Perfektionist geblieben, der er schon als junger Mann war. Betritt man seine heiligen Räume, die kleine Küche, in der er jeden Mittag für die Belegschaft kocht, und den Nachbarraum, in dem neben der riesigen Eismaschine, den Pasteurisierern und den Kühlschränken nur noch eine einzige Person Platz findet, so ist der erste Eindruck der von ungeheurer Sauberkeit. "Eis machen ist putzen, putzen, putzen", sagt Giacomo und fährt fort: "Deshalb ist es auch so schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden." Mich beschleicht das Gefühl, dass es vielleicht unmöglich ist, den hohen Erwartungen des kleinen Mannes zu entsprechen. Er quittiert meine Vermutung mit einem Lächeln und einem Zucken der Schultern.

Zunächst zeigt sich der Besitzer des Il Gelato reserviert, als wir aber auf seine Kunst zu sprechen kommen, gibt er seine Zurückhaltung schon sehr bald auf und zeigt sich als getriebener Eiferer. Er mache vielleicht nicht die beste Eiscreme, aber die natürlichste ganz sicher, beginnt er. "Meine Allergie, meine Krankheit kommt meinen Kunden zugute." Tatsächlich ist ihm die Gesundheit seiner Kundschaft ein Anliegen. Besonders "Il Bambini", die Kinder, liegen ihm am Herzen.

Und weiter geht´s mit den Besonderheiten: Eine eigene Zuckermischung hält er bereit, eine, die jedwede kristalline Struktur verloren hat und zäh aus der Schüssel läuft. Echte Früchte gehören in sein Eis, lange und gut gewaschen und schließlich in Alkohol desinfiziert. Wie er denn an all das Obst komme, will ich wissen, und er lächelt geheimnisvoll. Doch dann die überraschende Aufklärung: "Viel bekomme ich von meinen Kunden. In deren Gärten wächst so viel, dass sie es selbst gar nicht verarbeiten können." Eine Liebeserklärung schließt er gleich an: "Ja, meine Kunden! Es ist so schön hier in Köln, die Menschen sind wie die Italiener." Hand aufs Herz: Das ist doch wohl des Kölners liebstes Kompliment. Aus Giacomos Mund gerät es zum ehrlich gemeinten, warmherzigen Lob seiner Heimat in der Fremde.

Bis zu 300 Kilogramm Eiscreme verkauft der kleine Laden an seinen besten Tagen, das sind etwa 7500 Kugeln täglich. "Und das soll alles selbst gemacht sein?" frage ich und ernte einen bösen Blick. "Ich stehe manchmal schon um sechs Uhr morgens in meiner Küche und gehe erst wieder um zwölf Uhr nachts nach Hause. Sechs Stunden bereite ich mein Eis zu, manchmal bis zu 50 Sorten pro Tag, und den Rest der Zeit bediene ich vorne im Laden. Und das mache ich zehn Monate im Jahr, ohne einen freien Tag." "Und dann", will ich wissen, "dann schlafen Sie zwei Monate lang?" Ein erneuter böser Blick. "Natürlich muss ich mich ausruhen, aber ich brauche die freie Zeit zum Lernen, zur Fortbildung."

Der Mann ist besessen, ein irrer Professor, der sein Leben dem Eis verschrieben und eine eigene Handschrift gefunden hat, wie seine Sorten beweisen: Pumpernickel, Chili, Safran, Ingwer, Roseneis, Caipirinha und, und, und. "Haben Sie schon einmal versagt?" will ich wissen. "Oh ja", lautet die ehrliche Antwort, und dabei wirkt der eisige Professor deprimiert. "Mein Gemüseeis wollte niemand essen. Und meine letzten Sorbets waren nicht perfekt." Dann gibt er mir ein Löffelchen Meloneneis - himmlisches Meloneneis, wie ich betonen möchte - und sagt: "Schmecken Sie was? Ich meine, auch nicht perfekt! Nicht glatt genug." Ich zucke voller Unverständnis mit den Schultern und mache mich königlich erfrischt davon.

Am Abend befindet meine Frau, ich sei zu dick! Deshalb und weil auch sie mit ihrer Traumfigur nicht mehr zufrieden sei, habe sie beschlossen, uns für den Rest der Woche auf Diät zu setzen. Ich schmolle kurz. Doch alsbald flüstert mir mein listiges Feinschmeckerherz eine Lösung zu: "Liebes", sage ich, "du hast Recht! Heute bleibt die Küche kalt. Ich habe da eine glänzende Idee. Mach dich fertig, ich schieb schon mal die Räder raus!"

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